Montag, 20. März 2017

Willkommen und Abschied

Wir sind angekommen. Mit der Ankunft in unserem neuen Land verlassen wir gleichzeitig unsere vorübergehende Heimat Australien. Während den ersten Schritten durch unser neues Land erschlägt uns die kühle Brise des Windes, die zwar nach Herbst, aber auch nach Leben schmeckt. Am Flughafen erwarten uns vertraute und fremde Gesichter, doch fühlen wir uns mittlerweile so geborgen in der weiten Ferne, dass uns die überfüllten  Terminals vertraut erscheinen.
Wir sind noch nicht ganz wach, als uns unsere alten Gefährten am Flughafen willkommen heißen und sich nach einem Augenblick der Normalität wieder verabschieden. Vage ziehen all die Menschen an uns vorbei, während wir in unseren Badelatschen auf unser Auto warten. Blau und klein ist unser neuer Begleiter, der uns dabei helfen soll, unser neues Land zu erkunden. Wir kaufen Hundekissen im Möbelhaus, denn Matratzen sind zu groß für unser kleines Gefährt, dem wir feierlich den Namen "Mike" verleihen. Und dann brechen wir auf. Sehen den Flughafen im Rückspiegel und fühlen die kühle Brise des Fahrtwindes im Gesicht. Unsere Erwartungen sind so hoch wie die Berge des Landes. Wir brechen auf. In die Wildnis. Also nicht direkt. Erst in ein Wohngebiet zum Schlafen. Aber danach. 





Freitag, 10. März 2017

Rückblick #Fiji

Wir lassen uns treiben in unserem Boot.
Durch hohe Wellen und den Strom der Zeit, vorbei an Gesichtern, Geschichten und Orten.
Heute hier, morgen dort, immer rastlos und niemals am Ziel. 


Wir lassen uns treiben in unserem Boot.
Die Sonne geht auf und wir mit ihr, denn die Welt ist so schön und so schwer zu begreifen. Wir lauschen Geschichten und dem Meer vor unserer Haustür. Unsere Blicke folgen der sinkenden Sonne, jeden Abend wieder und wieder und jedes einzelne Mal erwärmt sie unser Herz aufs Neue, als wäre sie die erste, die hinter dem Meer versinkt.


Wir lassen uns treiben in unserem Boot.
Wir sehen die Armut an Gütern und den Reichtum an Lebensfreude, der die Gesichter der Menschen erfüllt. Am weitesten sind wir entfernt von "Zuhause" und trotzdem fühlen wir uns geborgen in der weiten Ferne. 


Wir lassen uns treiben.

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Wenn wir nach 3 Wochen auf Fidschi eines behaupten können, ist es, was uns ein Tauchlehrer in Australien prophezeit hatte: die nettesten, herzlichsten und lebensfrohesten Menschen der Welt findet man zweifellos auf Fidschi. Ein Video zum Abschluss:



VIDEO FIDSCHI




Zurück Down Under. Morgen Neuseeland.
Heute hier, morgen da.
Wir sind gespannt auf das nächste Abenteuer.









Dienstag, 7. März 2017

Wellnes im Schlamm

Wir reiben uns ein mit Schlamm und lassen uns in der heißen Mittagssonne trocknen. Wir steigen in verschiedene Wasserbecken. 40 Grad. 50 Grad. 60 Grad. Unsere Körper kochen in den brodelnden, natürlichen Quellen. Entspannung pur inam letzten Tag auf der Hauptinsel der Fidschis. 


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Montag, 6. März 2017

IV. Naqalia Lodge

"Naqalia Lodge" soll der letzte Stopp unseres zehntägigen Insel-Hüpfens auf den Yasawas sein. Mit einem "Willkommen zuhause" werden wir von den Einheimischen am Strand empfangen, wieder lässt man uns  Teil der großen fidschianischen Familie sein. Phillip, das jüngste Familienmitglied, führt uns zu unserem Schlafsaal, von dem wir über den sanften Ozean blicken können. Direkt davor erwartet uns ein großer Balkon mit Sofas, auf denen wir die meiste Zeit auf der einsamen Insel verbringen. Nach einer Runde Volleyball mit den Einheimischen und einem simplen abendlichen Buffet, lassen wir den Abend mit Bier und Kava ausklingen. Ein englisches Ehepaar, das ebenfalls in den Flitterwochen in nur 7 Wochen die Welt umreist und ein merkwürdiger, alter Österreicher, der uns stolz erzählt, dass er in 4 Ländern wegen gewissen Delikten der Polizei bekannt sei, sind für die nächsten Tage unsere einzigen Gefährten. Alle gemeinsam spielen wir Spiele, lachen und singen zu den Liedern, die ein alter Fidschianer auf seiner quietschenden Gitarre spielt.
Am zweiten Tag auf Wayalailai spüren wir zum ersten Mal seit zwei Wochen die gefürchtete Regenzeit, die sich in ununterbrochenen Schauern bemerkbar macht. Mit Backgammon, Tee und Kaffee kann jedoch auch ein Regentag auf unserem gemütlichen Balkon gut überbrückt werden.


Am letzten Tag auf den Inseln fahren wir mit einem kleinen Boot in ein nahegelegenes Riff, um mit den dort ansässigen (ungefährlichen) Haien zu schnorcheln. Nachdem einer der Fidschianer frisch gefangene Fische auf dem Meeresboden platziert, machen sich die ersten Tiefseebewohner bemerkbar. Immer mehr Haie tummeln sich in Kürze um unsere Füße, während uns die Schönheit dieser gefürchteten Tiere bewusst wird. Wir folgen den gigantischen Meeresbewohnern durch die Tiefe und berühren ihre glatten Körper, bis uns die Luft zum Auftauchen zwingt. 


Nach einem unvergesslichen Tag im Meer holt uns unser großes, gelbes Boot auf Naqalia ab und bringt uns zum Festland. Winkend stehen die Einheimischen am Festland und singen nur für uns ein Abschiedslied.

"Ihr werdet nun gehen, aber für immer Teil unserer großen Familie sein", sind die letzten Worte die wir von unseren neuen Freunden hören.

Neben paradiesischen Stränden und zauberhaften Menschen haben uns die Inseln des Yaswas vor allem eines bereitet: Erinnerungen, die uns ein Leben lang begleiten werden.


Vinaka Viti. Danke Fidschi.











III. White Sandy Beach

Der Name unseres nächsten Resorts sorgte für hohe Erwartungen, die sich beim ersten Blick auf die einsame Insel schnell bestätigten. 
Schon von weitem erblickten wir den langen Sandstrand mit Palmen, zwischen denen Hängematten auf uns warteten.
Da wir zuvor in Long Beach ein junges irisches Ehepaar kennengelernt hatten, das während ihrer 5-monatige Flitterwochen an genau diesem Ort Manta-Rochen sehen konnte, wollten auch wir unsere Chance ergreifen. Obwohl die Manta-Rochen Saison erst ab Mai beginnt und die Wahrscheinlichkeit somit eher gering stand, brachen wir mit einem kleinen Boot zum nahegelegenen Korallengarten auf.

Leider bekamen wir aufgrund des nächtlichen Regens keine Mantas zu Gesicht, doch konnte man sich auch über das Schnorcheln durch die bunten Riffe nicht beklagen.




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II. Long Beach Resort

Angekommen in Long Beach, unserm nächsten Resort, empfängt uns ein kleiner Junge, der uns zu unserem Boot führt. Man heißt uns mit offenen Armen willkommen, spricht uns an mit "Bruder" und "Schwester".  Eine schmale Frau weist uns einer großen, privaten Hütte am Meer zu, obwohl wir eigentlich einen Gemeinschaftsschlafsaal gebucht hatten. Nach reichlicher Entspannung im Meer zeigen uns die Einheimischen wie man Kokosnüsse öffnet und Milch gewinnt. Wir lernen die  südländischen Spezialitäten kennen und lauschen dabei den Legenden über den Kannibalismus, der bis ins 19. Jahrhundert auf Fidschi andauerte. Abends versinkt die Sonne hinter den kleinen Inseln im Meer und der Himmel glüht, während wir im Wasser baden. Nachdem wir am nächsten Tag von der Sonne in unserem kleinen Haus geweckt werden, schnappen wir uns ein Kayak, um durch einen schmalen Kanal zur "Goat Island" (dt.: Ziegeninsel) zu gelangen. Eine Frau namens Licia soll uns auf der kleinen Insel empfangen, doch finden wir nur eine alte Ziege, die einsam vor sich her grast und die atemberaubende Sicht, die sich ihr bietet, vermutlich gar nicht begreifen kann. Plötzlich entdecken wir eine kleine Hütte aus Blech, vor der alte Cola-Dosen, Kokosnussschalen und Müll verstreut sind. Nach einigen vergeblichen Rufen nach Licia beschließen wir, allein auf den Gipfel des Inselberges aufzubrechen. Ein schmaler Pfad, der nur noch vage unter dem wuchernden Gestrüpp zu erkennen ist, führt uns den Berg hinauf. Plötzlich ertönt ein lautes Rascheln im Gebüsch und ein braunes Tier springt aus einem großen Busch hervor. Nach einem kurzen Angstschrei wird uns klar, dass es sich nur um einen alten, abgemagerten Hund handelt, der aufgeregt mit dem Schwanz wedelt. Nach einiger Zeit wird uns bewusst, dass uns der einsame Hund den Weg zum Gipfel zeigen will. Über Felsen, Gestrüpp und Büsche führt uns unser neuer Freund durch die Insel, bis wir nach einiger Zeit tatsächlich den Gipfel des Berges erreichen. 

Und so sitzen wir hier, weit über den Riffen in der Tiefe und genießen den gigantischen Blick in die Ferne. Für eine lange Zeit verweilen wir zu dritt auf einem Felsen am Gipfel und blicken in die Weiten des endlosen Meeres. Erst als es zu dämmern beginnt, führt uns unser neuer Freund zum Fuß des Berges, von wo wir mit unserem Kayak den Rückweg zur Insel antreten. Da aller Abschied wie immer schwer ist und unsere neue Freundschaft kein schnelles Ende nehmen soll, folgt uns der alte Hund durch den kleinen Kanal zwischen den Inseln und schwimmt hinter unser Kayak her. Er folgt und zu unserer Bure, zum Essen und ins Meer.


In der Nacht gehen wir nach einem grandiosen Essen mit Jacob, einem der Einheimischen, ins Meer zum Speerfischen. Bewaffnet mit Speer, Flossen und Taucherbrille stürzen wir uns in die warmen Fluten, während die Milchstraße über uns den Himmel erhellt. Jacob leuchtet mit seiner großen Taschenlampe auf schlafende Fische zwischen den Korallen, auf die wir mit unseren Speeren zielen. Wir müssen abtauschen, die Luft anhalten, Ruhe bewahren und dann schießen. Einen Stachelrochen und einen Aal, die Frauen des Dorfes gelegentlich zum Essen zubereiten, verfehlen wir. 6 Fische sind unsere Ausbeute des Tages, obwohl die Erfahrung, die wir mit uns nahmen, so viel größer war. 






Lukas am Korb flechten



Lukas am Kokosnussöl herstellen


I. Nabua Lodge

Wir steigen in ein kleines Boot, das uns zu unserer ersten Insel bringen soll. Einheimische erwarten uns winkend am Strand, die uns kurz darauf zu unserer Bure (kleine Strohhütte) am Meer führen. Wir werden geweckt vom Rauschen des Meeres, das sich vor unseren Augen ausbreitet, während der Wind durch die roten Palmenhaine weht. Früh am Morgen machen wir uns zusammen mit unserem Guide "Lulu" auf den Weg zur berühmten Sawa-i-Lau-Höhle. Wie keiner von uns erwartet hätte, brechen, sobald wir die Küste verlassen haben, hohe Wellen auf unser Boot ein, das der Kraft des Meeres scheinbar völlig unterliegt. Auch Lulu sehen wir an, dass er mit der Situation scheinbar völlig überfordert ist. Nach einem einstündigen, nervenaufreibendem Ritt durch die Südsee, kommen wir jedoch völlig durchnässt an unseren Ziel an. Mit Taucherbrille stürzen wir uns in das glasklare, unterirdische Becken, aus dem nackte Felsen in die Höhe ragen. Mit einer Taschenlampe tauchen wir für einige Sekunden durch einen unterirdischen Tunnel, der uns zur zweiten, diesmal jedoch komplett dunklen Höhle führt. Wir tasten uns durch die schmalen Gänge, während unsere Stimmen geheimnisvoll an den glatten Felswänden widerhallen.

- Ein Tag voller Abenteuer im wohl schönsten Land, das wir jemals sehen durften.

Der kommende Tag ist ein Sonntag, an dem alle streng gläubigen Fidschianer ruhen sollen. Da keinerlei Ausflüge anstehen, machen wir uns mit Lulu auf den Weg zur Kirche. Vorbei an Blechhütten und braunen Seen, in denen Kinder gebadet werden, führt uns unser Weg zur Kirche, die nicht mehr ist als eine große Holzhütte mit Strohdach. Vor einem hohen, mit Hibiskusblüten geschmückten Podest steht eine alte Frau mit krausem Haar, die urplötzlich die Stille durchbricht. Mit einer schrillen, kraftvollen Stimme predigt die Priesterin Passagen aus der Bibel, die uns viel mehr wie ein Schlachtaufruf in den Krieg vorkommen als Worte der Erleuchtung. Donnernd schlägt die alte Frau ihre Faust auf den Tresen und brüllt mit geschlossenen Augen Worte in die Luft, die uns ein wenig beängstigen. Der Rest der Gläubigen sitzt mit Kopf auf der Bank in den stillen Reihen. Jeder scheint das Geschreie der Alten wie ein Heilmittel in sich aufzusaugen. Nachdem endlich wieder Stille einkehrt, beginnt eine junge Frau leise zu singen. Als wäre es Teil eines Jahre lang einstudierten Stückes, steigen plötzlich alle Menschen in unterschiedlichen Stimmlagen in ihren Gesang mit ein. Ohne Orgel, goldene Statuen und hohe Säle erfüllt uns die Gemeinde Wärme, die kein Pfarrer dieser Welt durch eine Predigt erzeugen könnte.

Wanderungen auf Berge, Sonnenuntergänge und Tänze der Fidschianer am Abend kennzeichnen unsere Tagen. Wir wagen mit Lulu einen zweiten Tripp, diesmal zur "Blue Lagoon", dem Drehort des gleichnamigen Filmes mit Brooke Shields. Hunderte Fische schwimmen im Wasser umher, die wir mit den Händen füttern. 

Wenn es irgendwo in dieser weiten Welt einen Ort geben kann, der der Bezeichnung "Paradies" würdig wäre, haben wir ihn hier gefunden.













Blue Lagoon