Wir steigen in ein kleines Boot, das uns zu unserer ersten Insel bringen soll. Einheimische erwarten uns winkend am Strand, die uns kurz darauf zu unserer Bure (kleine Strohhütte) am Meer führen. Wir werden geweckt vom Rauschen des Meeres, das sich vor unseren Augen ausbreitet, während der Wind durch die roten Palmenhaine weht. Früh am Morgen machen wir uns zusammen mit unserem Guide "Lulu" auf den Weg zur berühmten Sawa-i-Lau-Höhle. Wie keiner von uns erwartet hätte, brechen, sobald wir die Küste verlassen haben, hohe Wellen auf unser Boot ein, das der Kraft des Meeres scheinbar völlig unterliegt. Auch Lulu sehen wir an, dass er mit der Situation scheinbar völlig überfordert ist. Nach einem einstündigen, nervenaufreibendem Ritt durch die Südsee, kommen wir jedoch völlig durchnässt an unseren Ziel an. Mit Taucherbrille stürzen wir uns in das glasklare, unterirdische Becken, aus dem nackte Felsen in die Höhe ragen. Mit einer Taschenlampe tauchen wir für einige Sekunden durch einen unterirdischen Tunnel, der uns zur zweiten, diesmal jedoch komplett dunklen Höhle führt. Wir tasten uns durch die schmalen Gänge, während unsere Stimmen geheimnisvoll an den glatten Felswänden widerhallen.
- Ein Tag voller Abenteuer im wohl schönsten Land, das wir jemals sehen durften.
Der kommende Tag ist ein Sonntag, an dem alle streng gläubigen Fidschianer ruhen sollen. Da keinerlei Ausflüge anstehen, machen wir uns mit Lulu auf den Weg zur Kirche. Vorbei an Blechhütten und braunen Seen, in denen Kinder gebadet werden, führt uns unser Weg zur Kirche, die nicht mehr ist als eine große Holzhütte mit Strohdach. Vor einem hohen, mit Hibiskusblüten geschmückten Podest steht eine alte Frau mit krausem Haar, die urplötzlich die Stille durchbricht. Mit einer schrillen, kraftvollen Stimme predigt die Priesterin Passagen aus der Bibel, die uns viel mehr wie ein Schlachtaufruf in den Krieg vorkommen als Worte der Erleuchtung. Donnernd schlägt die alte Frau ihre Faust auf den Tresen und brüllt mit geschlossenen Augen Worte in die Luft, die uns ein wenig beängstigen. Der Rest der Gläubigen sitzt mit Kopf auf der Bank in den stillen Reihen. Jeder scheint das Geschreie der Alten wie ein Heilmittel in sich aufzusaugen. Nachdem endlich wieder Stille einkehrt, beginnt eine junge Frau leise zu singen. Als wäre es Teil eines Jahre lang einstudierten Stückes, steigen plötzlich alle Menschen in unterschiedlichen Stimmlagen in ihren Gesang mit ein. Ohne Orgel, goldene Statuen und hohe Säle erfüllt uns die Gemeinde Wärme, die kein Pfarrer dieser Welt durch eine Predigt erzeugen könnte.
Wanderungen auf Berge, Sonnenuntergänge und Tänze der Fidschianer am Abend kennzeichnen unsere Tagen. Wir wagen mit Lulu einen zweiten Tripp, diesmal zur "Blue Lagoon", dem Drehort des gleichnamigen Filmes mit Brooke Shields. Hunderte Fische schwimmen im Wasser umher, die wir mit den Händen füttern.
Wenn es irgendwo in dieser weiten Welt einen Ort geben kann, der der Bezeichnung "Paradies" würdig wäre, haben wir ihn hier gefunden.
| Blue Lagoon |
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