Freitag, 24. Februar 2017

Reif für die Insel

Wir steigen in ein kleines Boot, das von einem jungen Fidschianer gesteuert wird. Bereits auf der Fahrt nach Mana Island sehen wir winzige weiße Inseln aus dem Meer ragen. Türkises, glasklares Wasser breitet sich vor unseren Augen aus, während wir über die Korallen der Südsee hinweggleiten. Bald erreichen wir Mana, eine recht große Insel im Ozean, auf der wir für die nächste Woche mit Einheimischen zusammen leben. Wir wissen nicht, ob es an der alltäglichen Umgebung liegt oder einfach an der Menschen, doch waren alle so herzlich und glücklich, dass wir uns schnell zuhause fühlten. Rundgänge durch die mit Palmen bewachsene Insel, Schnorcheln im Meer und Kokosnüsse kennzeichneten unsere Tage. Menschen leben in großer Armut in kleinen Hütten, Strom ab 6 Uhr abends und oft kein Wasser. Die Kinder spielen mit alten Autoreifen und Einheimische spielen im Sonnenuntergang Gitarre. An einem unserer vielen Tage machen wir mit einem  jungen Fidschianer einen Ausflug auf Modriki Island, eine unbewohnte Insel auf der vor vielen Jahren Tom Hanks' berühmter Streifen "Castaway" gedreht wurde. 

Wir sind angekommen in der Südsee. An einem Ort, an dem alle Uhren langsamer ticken. Einem Ort, an dem die Welt noch in Ordnung scheint. Im Paradies.












Modriki Island (Castaway Filmset)






Bula Fiji

Halt' deine Uhren an, denn hier brauchen wir nicht nachdenken über unsere tickende Zeit. 
Werf' deine Sorgen über Bord, denn hier genießen wir einfach den Moment.
Hab keine Angst vor neuen Menschen, denn hier sind wir eine Familie, hier sind wir alle eins.


Weit über den Wolken gleitet unser Flugzeug über den pazifischen Ozean gen Osten, während wir die ersten Inseln der Südsee aus unseren kleinen Fenstern in der Tiefe erspähen. Weiße Linien treffen auf Riffe in Türkis und wir können noch immer nicht begreifen, dass wir uns in wenigen Minuten auf der wohl klischeehaftesten Vorstellung des Paradieses befinden werden. Bald sehen wir unter uns "Viti Levu", die Hauptinsel der Fidschis, die sich in üppig grünen Hügellandschaften, kleinen Hütten und umgeknickten Palmen unter uns ausbreitet. Wir sind uns bewusst, dass wir in der halbjährlichen Regenzeit in der Südsee ankommen und Regen und Zyklone regelmäßig auf die 333 Inseln von Fidschi treffen können. Doch wir sind bereit für ein Abenteuer. Bereit für die Südsee.

 Als unser Flugzeug donnernd auf der Landebahn aufkommt, breitet sich vor unseren Augen  die große Aufschrift "WELCOME HOME" aus. Willkommen zuhause. Empfangen werden wir von Ukulele spielenden Fidschianern mit Blume im Haar, die uns aus vollster Seele  und mit lautem Gesang in der Südsee begrüßen. "Bula" schreit man uns aus allen Ecken entgegen. Ein Wort mit dem man sich begrüßt und das übersetzt so viel wie "Leben" bedeutet. Und dieses "Leben" drückte sich in einer so lebendigen Herzlichkeit der Insulaner aus, wie wir selten erfahren durften.
Als wir den Flughafen, der viel mehr einer Baustelle, als einem Flughafen glich, verließen, erwarteten uns Einheimische mit Namensschildern, die uns zu unserer ersten Unterkunft bringen sollten. Auch wenn uns alle Menschen, die uns während unseren ersten Schritten durch unser neues Land begegneten, so glücklich erschienen, wurde uns schnell bewusst, dass unsere Reise nach Fidschi auf keinen Fall der nach Australien gleichen würde. Armut, weder Strom noch fließend Wasser und Menschen, die in Blechhütten leben sind die ersten Eindrücke, die uns während unserer Fahrt zu unserer Unterkunft bewusst werden. Rinder werden vor den nicht vorhandenen Fenstern unseres Busses durch die Straße getrieben, Einheimische sitzen auf dem Boden und verkaufen Gemüse. Die ersten Blicke auf die Stadt Nadi erinnern uns viel mehr an Afrika als an unserer Vorstellungen von Fidschi. Nach einer nervenaufreibenden Fahrt im Bus, die uns das Vorhandensein von Führerscheinen in Fidschi stark bezweifeln ließ, erreichten wir unser erstes Resort "Bamboo". Da sich nach unserem vierstündigen Flug so langsam der Hunger einschlich, steuerten  wir den nächstgelegenen Supermarkt an. In diesem erwartete uns alles außer das, was mit der Bezeichnung "Supermarkt" assoziiert werden könnte. Da uns außer Dosentunfisch und harten Toast nichts weiteres ins Auge stach, was als Abendessen in Frage käme, sah das Dinner unseres ersten Abends eher spärlich aus. Auf dem Weg zurück zum Hostel bot man uns Drogen an, Männer standen scheinbar nichttuend in den Gassen und immer wieder ertönte ein freundliches "Bula". Wir sind überrascht von den Gegebenheiten in Fidschi, doch auch bereit für ein neues Abenteuer.

Nach unserer ersten Nacht im Hostel, die von heftigen Regenschauern begleitet wurde, steuerten wir nach einem herzhaften Toast mit Thunfisch die Innenstadt Nadis an. Für umgerechnet 50 Cent  ging die Fahrt in einem Bus, der so alt war wie der indische Busfahrer selbst, durch kleine fidschianische Dörfer. Während Luxusresorts an der Küste entlang aus dem Boden ragten wuschen Frauen in verschmutzten Wassertonnen ihre Wäsche. Ganze Gebiete sind verwüstet, Palmen liegen auf dem Boden und überall steht das Wasser der gefürchteten Regenzeit. Wir sind froh, dass wir die weniger schöne Hauptinsel, die wenig mit unseren vorherigen Vorstellungen von Fidschi zu tun hat, bald verlassen werden. Nach einer wackligen Fahrt in die Innenstadt haben wir Bekanntschaft gemacht mit einem alten indischen Ehepaar, die genauso planlos sind wie wir. Gemeinsam machen wir uns auf den Weg zu einem großen Markt, in dem Frauen Obst und Gemüse verkaufen. Nachdem wir den Markt durchquert hatten und das indische Ehepaar verloren hatten, liefen wir in die Arme einer netten Einheimischen.
"Kommt mit! Ich kenne einen Platz, wo ihr viel bessere Früchte auf einem Markt kaufen könnt", schrie sie uns entgegen und so folgten wir ihr. Erst als auf halber Strecke ein Polizeiauto in den überfüllten Gassen neben uns hielt, das wild mit der jungen Frau auf Fidschianisch zu diskutieren begann, wurden wir misstrauisch. Nachdem wir für einige Minuten fragend das Spektakel verfolgt hatten, schrie uns einer der Polizisten auf englisch entgegen: "Verschwindet schnell. Die Frau wollte euch ausrauben!"
Ein wenig perplex und schockiert von all dem, was sich soeben vor unseren Augen abgespielt hatte, zogen wir von Dannen und gönnten uns zum Mittagessen ein Eis. Wie uns scheint, ist das Schicksal nicht immer ein mieser Verräter! 

Als wir weiterhin durch die Straßen zogen, unterbrach uns erneut ein indischer Fidschianer. Dieser lud uns auf eine Willkommenszeremonie in seinem Land ein, wobei er uns in ausgehöhlten Kokosnüssen das Nationalgetränk "Kava" anrührte. Da wir bereits am Vortag an einer Kava-Session der Einheimischen teilgenommen hatten, wussten wir bereits, was uns erwartete. Eine braune Brühe, die aus bestimmten Wurzeln und Wasser gewonnen wurde und nach Staub schmeckte, mussten wir abwechselnd trinken, klatschen und "Bula" schreien. Doch nachdem die Zeremonie beendet war und uns der Inder im Gegenzug zum Kauf seiner Waren drängte, machten wir uns schnell auf den Weg zum Bus. Da wir vorerst genug vom schmutzigen und überfüllten Nadi hatten und der  Eindruck von der Stadt viel mehr an ein indisches Dorf erinnerte, beschlossen wir die Gegend so schnell wie möglich zu verlassen. Noch am selben Tag buchten wir Unterkunft und Transport zu unserer ersten Insel, auf der wir in einem fidschianischen Dorf die nächste Woche verbringen würden.








Montag, 13. Februar 2017

Rückblick #BrisbaneToCairns

Ein Teil der vielleicht schönsten Zeit unseres Lebens neigt sich langsam dem Ende zu, während das nächste große Abenteuer nur noch wenige Schritte entfernt ist. Australien war im Rückblick ein Land, das uns sowohl mit seiner Natur, als auch mit all seinen Bewohnern so viel mehr bot, als wir es uns jemals erträumt hätten. Nach 4 Monaten auf den Highways des Landes mit dem Zuhause in der Natur und den wenigen Quadratmetern, die unser Van hergab, erscheinen viel mehr die Nächte im Hostel wie eine merkwürdige Umstellung. Durch Berge, Wüste, rote Erde, Ozeane und Regenwälder führte uns unser langer Weg entlang der australischen Küste, der uns die unberührte und überwältigende Schönheit des Landes erfahren ließ. Auch wenn wir uns vorerst verabschieden müssen, werden wir mit großer Sicherheit wieder kommen. Irgendwann.

Der folgende Link führt zu einem Video, das die schönsten Momente unserer Reise zwischen Brisbane und Cairns aufzeigt.

Brisbane to Cairns


Unser weiterer Weg führt uns auf einem Inselstaat inmitten des pazifischen Ozeans: Fidschi. 332 Inseln, die Südsee und 21 Tage voller Abenteuer erwarten uns ab dem 16. Februar. Weiter weg von daheim können wir bald nicht mehr sein. Und zum zweiten Mal können wir voller Aufregung sagen:

We now walk into the wild.

(dt.: Wir brechen nun auf in die Wildnis.)

Samstag, 11. Februar 2017

CONNY - Die Legende

CONNY. Mehr als nur ein Auto. Eine Legende. Eine treue Begleiterin, die trotz anfänglicher Komplikationen zum Teil unseres Lebens wurde. Zum Zuhause.

CONNY. Unsere eigenen vier (Auto-) Wände, die uns für vier Monate unseres Lebens durch einen gesamten Kontinent begleitet haben. 14058 Kilometer, 6 australische Staaten und 119 unvergessliche Abenteuer, die wir an jedem unserer Tage auf dem roten Kontinent erleben durften. Neue Orte - jeden Tag. Sonnenaufgänge durch unser kleines Rückfenster, die uns jeden Morgen, eingehüllt in unsere Decke, aus unserem Schlaf erweckten. Und dann Highways, endlose Highways, die den Himmel in der Ferne zu küssen schienen. Schlafen am Wegrand, Angst vor Polizisten, Nudeln und Duschen an öffentlichen Plätzen. Abenteuer, von denen es so viele gab, dass sie vermutlich ein gesamtes Leben füllen könnten. Unsere Zeit im Auto war spartanisch, rastlos und schlicht und einfach wunderschön.

Nach einer Reise, die wie eine Ewigkeit erschien und doch so schlagartig und schnell ein Ende fand, war es am heutigen Tag an der Zeit, um uns von unserer geliebten Conny zu verabschieden.

Doch zuerst berichten wir, wie es überhaupt zu diesem traurigfrohen Moment kommen sollte.

Während wir wie gewohnt die Queenslander Highways entlang fuhren und im Rauschen des Radios in die üppig grünen Regenwälder starrten, erhielten wir eine Nachricht. Ein Mann namens Barry Blackwood war interessiert, unseren seit beinahe einem Monat im Netz stehenden Van zu erwerben. Da der vorerst letzte Stopp unserer Reise, Cairns, nur noch schlappe 300 Kilometer von uns entfernt lag und es außer einigen Wasserfällen, versunkenen Schlössern und Regenwäldern nichts mehr auf der Strecke zu besichtigen gab, steuerten wir kurzer Hand ins tropische Cairns. Da wir von anderen Backpackern bereits gehört hatten, dass die Chancen, in Cairns erfolgreich ein Auto zu verkaufen aufgrund des überlaufenden Angebots an Campervans nahezu unmöglich schien, konnten wir unser Glück über die Anfrage Barrys kaum fassen. Voller Aufregung und Spekulationen saßen wir heiter in unserem Van und malten uns aus, wer Barry wohl sein könnte. Ein junger Backpacker? Ein Autohändler? Doch während wir so unbekümmert Vermutungen ins Nichts warfen, ertönte urplötzlich ein krachender Knall an unserer Scheibe. Wie es das Schicksal so wollte, sollte an genau diesem Tag ein Stein auf unsere Windschutzscheibe fallen, der diese am unteren Ende mit einem unübersehbaren Riss versah. Nach einigen panischen Anfällen und kurzzeitiger Verzweiflung beschlossen wir jedoch, wie es uns die 4 Monate Australien mittlerweile gelehrt hatten, so weit wie möglich Ruhe zu bewahren. Auch wenn die Chancen für einen erfolgreichen Verkauf unseres Autos nun immer steiler gegen Null konvergierten, ging es weiter nach Cairns. Empfangen wurden wir dort von Mücken, Hitze und Regen, die uns jedoch allesamt nicht davon abhalten konnten, uns mit Barry Blackwood zu treffen. Während wir am ausgemachten Treffpunkt auf den ersten unserer Interessenten warteten und hofften, dass er den unverkennbaren Riss an unserer Scheibe übersehen würde, kam uns plötzlich ein an die 70 Jahre alter, Zigarre rauchender Mann mit verwaschenem Tshirt entgegen.

"Pia, is that you?", brachte der Alte hustend unter seinem Bart hervor.


Nach einem kurzen Smalltalk stand fest, dass der alte Mann tatsächlich Barry Blackwood sein musste, der, wie sich später herausstellte, seit 30 Jahren einsam und allein auf einem Boot im Hafen von Cairns lebte. Auf die Frage, warum Barry einen Campervan erwerben wolle, entgegnete dieser schlicht und einfach, dass er vorhabe, seine "alte Lady" ein wenig herum zu kutschieren. Doch nur für eine kurze Zeit, denn danach war sein großes Ziel, mit seinem Boot von Australien über das Schwarze und Rote Meer ins weit entfernte Mittelmeer zu segeln. Aber erst, fügte er hinzu, müsse er einmal einen kurzen Blick auf unser hübsches Auto werfen. In langsamen Schritten schlich Barry um unseren Van und stelle kurz darauf  fest, dass die Klimaanlage unseres Autos 
erstaunlicherweise gut funktionieren würde. Auch schien Conny von uns gut gepflegt zu sein, was ein alles überzeugender Grund dafür sein musste, den weißen Van zu erwerben. Selbst die 333 000 Kilometer und der gigantische Riss, den seine alten Augen glücklicherweise nicht mehr erspähen konnten, scheuten den alten Australier nicht, nach einigen Verhandlung auf den Verkauf Connys einzuschlagen. Noch immer ist es uns ein unlösbares Rätsel, was es war, dass Barry Blackwood neben den unzähligen und ohne Zweifel funktionsfähigeren Campervans im Netz dazu brachte, sich genau für unseren zu entscheiden. Was immer es war - es musste ein überzeugender Grund dafür sein, für den kommenden Tag auf den Verkauf unseres Autos einzuschlagen. Da Barry jedoch kurzer Hand bemerkte, dass er sein Geld vorerst auf der Bank zu beschaffen hatte und diese am Wochenende geschlossen war, musste der gesamte Deal auf den nächsten Morgen vertagt werden.

Da wir noch immer ein wenig skeptisch waren, ob der alte Seemann unser Auto tatsächlich erwerben und keine zufällige Spontanreise in den Pazifik antreten wollte, konnten wir den Deal noch immer nicht ganz glauben. Doch wie vereinbart holten wir den Zigarre rauchenden Barry Blackwood am Morgen des 11. Februars vor dem Hafen von Cairns ab, fuhren ihn zu seiner Bank und tätigten anschließend den nötigen Papierkram. Wie sich kurzer Hand herausstellte, besaß Barry nicht einmal einen Führerschein. Doch er beteuerte, dass man in Australien auch ohne den Besitz eines solchen ein Auto erwerben könne und dem Verkauf somit nichts mehr im Weg stünde. Nach verwunderten Blicken beschlossen wir, den alten Barry mit unserer alten Conny glücklich werden zu lassen und tauschten Conny gegen den ein oder anderen Taler, den Barry aus seinem weißen Briefumschlag zückte, ein.

Und nun sitzen wir hier. Nach 4 Monaten wieder auf einem weichen, echten Bett, das angrenzt an ein Bad mit einer echten, warmen Dusche und starren aus einem Fenster, hinter dem nicht mehr der australische Highway auf uns wartet. Ein Leben, das wir 4 Monate geführt haben, nimmt somit schlagartig ein Ende. Noch immer können wir nicht realisieren, dass all die Zeit auf den Straßen Australiens nun vorbei ist. Dass Conny nun auf dem Parkplatz eines Motels in Cairns steht und darauf wartet, mit einem alten Seemann und dessen Lady für ein weiteres Mal Australien zu erkunden. Noch immer können wir nicht glauben, dass unser kleines, geliebtes, kurzzeitiges Zuhause nun nicht mehr bei uns ist. Goodbye, Conny.

Doch nun erwarten uns neue Abenteuer. In Neuseeland. Vielleicht Fiji? Die Welt ist so groß und schön und wartet darauf, von uns entdeckt zu werden.




Wie auf dem Bild zu sehen ist, wurde der Riss auf Connys Scheibe clever durch einige Zeitungen überdeckt. Wäre letztendlich bei Barrys bereits in die Jahre gekommenen Augen jedoch gar nicht nötig gewesen!

Auf dem Weg nach oben

Immer weiter folgten wir dem Highway gen Norden, vorbei an Wasserfällen, Regenwald und magischen versteckten Orten, die uns ein israelischer Bekannter empfohlen hatte. Nachdem wir den größten einstufigen Wasserfall Australiens, die Wallaman Falls, im strömenden Regen bewunderten, ging es weiter zu den Josephine Falls.  Trotz einiger Warnschilder, dir wir völlig übersahen, stürzten wir uns in ein tiefgrünes Becken, in dem die Wasserfälle entlang eines glatten Felsen fielen. Schnell erwiesen sich die glatten Steine als hervorragende Rutsche, an der wir uns für den restlichen Tag austobten. In einem schmalen Fluss, den wir nach einem zwei Kilometer langen Marsch vorbei am Regenwald erreicht hatten, kühlten wir uns vor der brennenden Sonne ab. Trotz anfänglicher Angst vor Krokodilen und einiger Sicherheitsmaßnahmen von Lukas, schien der Spa Pool jedoch bald badesicher. 
Nach einigen Stunden auf dem Highway erreichten wir Mission Beach, eine kleine Stadt erwartete uns Regen, Bananen und Palmen über dem weiten Meer.
Weiter ging es zu versunkenen Ruinen im Regenwald, die an das einst von einem Spanier erbaute Schloss Paronella zurückerinnerten. Vorbei an Brunnen, Wasserfällen und Kratern, die vom langsam im grünen Wald verschwindenden Traum des Europäers übrig sind, führte uns unser australischer Guide. Auf dem Weg durch den Regenwald fütterten wir Aale, Schildkröten und unzählige Fische, die wo vor hundert Jahren in feiner Robe getanzt und gelacht wurde, umherschwammen. Es schien, als imitierten sie den Tanz der vielen Menschen, die durch die große Flut von diesem so zauberhaften Ort verscheucht wurden.

Wallaman Falls



Josephine Falls

The Spa Pool
The Boulders

Mission Beach

Paronella Park


Dienstag, 7. Februar 2017

High above Townsville

Hoch über der Stadt. Hitze. Ein rauschender Ozean, der während wir langsam in der Hochsommersonne zergehen vor uns her plätschert. Leider lieber die hochgefährlichen Quallen das warme Meer genau so sehr wie wir, sodass die einzige Abkühlung des Tages unsere saftige Wassermelone ist. Cheers!





Castle Hill, Townsville

3 Tage auf hoher See

Im Takt der Wellen glitt die Anaconda III auf und ab, während der Hafen von Airlie Beach in der Ferne kleiner wurde. Nachdem der Captain die weißen Segel gehisste  hatte und uns die Crew an Bord willkommen hieß, wurde uns bewusst, dass unser Abenteuer auf hoher See endlich begann. Mit 30 Backpackern, die aus den verschiedensten Teilen der Welt zusammen gekommen waren, um die Whitsunday Inseln und das gigantische Great Barrier Reef zu erkunden, sollte unsere Reise beginnen. Im Leuchten der Sterne steuerte das Segelboot in die Weiten des Ozeans, bis wir vor der ersten Insel ankerten. Sanft schaukelten uns die Wellen in unseren ersten Schlaf auf hoher See, bis uns der Anker am nächsten Morgen donnernd erweckte. Unseren ersten Tag widmeten wir der Erkundung der paradiesischen, unberührten Inseln, vor denen alle Versionen von "Blau" ineinander flossen. Weiter ging es zur Hook Island, auf der wir beim Schnorcheln im Meer die tanzenden Korallen und bunten Fische bewunderten. Auch im Tauchen wagten wir einen Versuch und ließen uns mit den erfahrenen Tauchlehrern der Crew mit Gasflasche und Ausrüstung ins seichte Meer hinab. Für den kommenden Tag war die Erkundung des äußeren Great Barrier Reef vorgesehen. Trotz anfänglicher Zweifel des Captains, schossen bald die weißen Segel in die Höhe und ließen unser Boot durch die meterhohen Wellen in Richtung des Bait Reef gleiten. Es dauerte nicht lange, bis der Großteil der Besatzung über der Reling beugte und die gigantischen Wellen über unser Boot herfielen. Während wir uns mit aller Kraft an den Tischen am Deck festhielten und die Anaconda in eine bedenkliche Schieflage verfiel, steuerte der Captain weiter, immer weiter in den endlosen pazifischen Ozean. Angekommen am besagten Riff, legte sich der Wellengang, sodass wir uns mit Quallen-Schutzanzug, Schnorchel und Flossen ins Meer stürzten. Felsenartig wuchsen Korallengärten aus den Tiefen des Ozeans empor, in denen alle möglichen Fische umher schwammen. 

Immer weiter glitten wir über die wankenden Korallen im Ozean hinweg, während uns die unfassbare Vollkommenheit dieser zauberhaften Unterwasserwelt bewusst wurde. Schildkröten schnappten an der Wasseroberfläche nach Sauerstoff, Fische kitzelten unsere Nasen und unter unseren Flossen schwamm friedlich ein Hai. Alle Tiere schienen auf eine so harmonische Art und Weise ihren natürlichen Instinkten nachzugehen, dass es fast unmöglich schien, dass die Perfektion dieses Lebensraums in nicht allzu langer Zeit nicht mehr existieren würde. 
Während die Sonne hinter dem Meer versank und wir das äußere Riff verlassen hatten, sprangen wir mit unseren neuen Freunden von der Reling des Bootes und schwammen mit riesigen Fischen umher. Nachdem auch der letzte Tag mit Schnorcheln verbracht wurde und wir zum letzten Mal das fabelhafte Essen der Bordküche genossen, steuerten wir nach 3 Nächten auf hoher See wieder das Festland an. Die Whitsunday Inseln waren ohne Zweifel ein Abenteuer, das vermutlich für immer zu unseren schönsten zählen wird.




Whitehaven Beach

Sandstrand aus reinem Quarz, an dem wir uns mit purem Sand
die Haare waschen konnten (was wir auch taten).



Hill Inlet, Whitsunday Island


Blue Pearl Bay










Leider sind wahren Farben auf den Unterwasserfotos nicht wirklich zu erkennen...